Ich habe den in bei Spiegel Online erschienen Artikel “Die Straßenschlacht der Mietfahrrädereinen Perspektivwechsel verpasst, also gern erst einmal das Original lesen und dann hier den Perspektivwechsel lesen.

Die Straßenschlacht des Car-Sharing

Car-Sharing gilt als das perfekte Mittel gegen verstopfte Straßen und schlechte Luft in den Innenstädten. Doch mancherorts reicht es den Bewohnern – zu viel ist zu viel.

Die ODrive-Invasion kam über Nacht. An einem Samstagvormittag standen sie plötzlich in der Stadt, 500 gelb-schwarz-silberne Autos mit der Car-Sharing-Technik hinter der Windschutzscheibe. An allen wichtigen Plätzen der Frankfurter Innenstadt waren sie zu finden, an vielen Straßenecken, an den Brücken über den Main.

Einige dieser neuen Autos hielt es nicht lange auf den Rädern. Schon wenige Stunden nach ihrem blitzartigen Auftauchen lagen viele auf der Seite oder standen ausgebrannt am Straßenrand. Einige wurden vermutlich von wütenden Bürgern aus dem Weg geräumt, die um ihren Platz im engen Frankfurter Verkehrsraum bangen müssen.

Silber-rot, silber-blau, türkis-gelb und eben gelb-schwarz-silber – vier Konkurrenten gibt es nun in Frankfurt am Main. Die Schlacht um’s Car-Sharing hat damit die nächste deutsche Großstadt erfasst. Beim Deutschen Städtetag hätten Experten bereits diskutiert, wie der Car-Sharing-Wildwuchs in den Griff zu bekommen sein könnte, sagt der Sprecher des Frankfurter Verkehrsdezernats Dan Orbeck: “Es schwirren schon Zahlen von bis zu 10 Unternehmen herum, die offenbar mit großen Autozahlen in Deutschland auf den Markt drängen.”

Die Car-Sharing-Flotten wachsen in vielen Städten der Welt. Auf den Fotos nach dem Anschlag in New York City waren Citi Cars zu sehen, die Car-Sharing-Variante in der lange so staugeplagten Stadt. In Peking zählte die chinesische Regierung  eine viertel Millionen Car-Sharing-Fahrzeuge von insgesamt 15 Firmen, bevor sie weitere Autos im Sommer dieses Jahres verbot. Verglichen mit diesen Zahlen scheint der Mietmarkt für Auto in deutschen Metropolen ordentlich Entwicklungspotenzial zu bieten. Mehr als 12.000 Car-Sharing-Fahrzeuge insgesamt zählte der Allgemeine Deutsche Automobil-Verband (ADAV) vor zwei Jahren, inzwischen sind allein in München 10.000 stationiert.

Start-ups drängen auf den Markt, und auch die Platzhirsche expandieren. Call a Car kooperiert seit Oktober in Düsseldorf und Köln mit dem Autohersteller Ford und hat 3200 neue Autos bereitgestellt. Nur zwei Wochen vor der ODrive-Landung in Frankfurt hatte ein weiteres Unternehmen, die Firma myCars aus Berlin, schnell rund hundert Autos über die Stadt verstreut, weitere sollen folgen.

ODrive aus Singapur, der ersten Firma aus Asien auf dem deutschen Markt, geht kein guter Ruf voraus. In München hatte es im September einen regelrechten Aufstand gegeben. Das Start-up hatte in kurzer Zeit 3000 Autos über das Stadtgebiet verteilt, doppelt so viele wie Call a Car und die myCars Verkehrsgesellschaft mit ihren “my-Cars” zusammen auf die Straße bringen. Die “gelbe Pest”, wie es in sozialen Netzwerken verächtlich hieß, sammelte sich in Horden vor Biergärten und machte sich an Parkrändern breit, die ODrives blockierten Radwege, verstopften Gehwege vor Schulen und blockieren Bussspuren.

Die Flotte aus Fernost hat keine festen Verleihstationen. Die Autos bleiben dort stehen, wo der Mieter gerade aus dem Auto steigt. Zum Deutschlandstart in München gab es keinen Verteil- oder Reparaturservice. Noch nicht mal an eine Hotline, damit Bürger zugeparkte Einfahrten melden können, hatte die laut Eigenwerbung “smarteste Car-Sharing-Plattform der Welt” gedacht.

In Frankfurt am Main lief der Start des neuen Anbieters besser ab als in München. “Die ODrive-Leute waren vorher bei uns und haben uns demütig versichert, dass sie aus München gelernt hätten”, sagt Dan Orbeck. Das Unternehmen startete in Frankfurt relativ bescheiden, mit zunächst 500 Autos.

Drei oder vier weitere potenzielle Anbieter hätten bereits bei der Stadtverwaltung vorgesprochen, sagt Orbeck. Einer von ihnen plane den nächsten großen Auto-Roll-out für Mitte November. Car-Sharing ist eigentlich das perfekte Mittel gegen verstopfte Straßen und schlechte Luft, mit denen viele Städte zu kämpfen haben. Doch im Moment wirke es wie ein Wettrennen: Es gehe offenbar darum, möglichst schnell und mit viel Masse die besten und belebtesten Plätze zu besetzen und die Konkurrenz zu verdrängen, vermuten die Verkehrspolitiker der Stadt.

In ihrer Verzweiflung wollen die Frankfurter nun Regeln aufstellen: wo die Mietautos keinesfalls stehen dürfen und wie viel Platz auf Straßen oder vor Hauseingängen für Anwohner bleiben muss. “Aber das wird leider nicht verbindlich sein”, stöhnt Orbeck. Nur wenn Autos erkennbar den Verkehr gefährden, könne man die jeweiligen Exemplare einsammeln lassen. Eine Genehmigung brauchen Car-Sharing-Anbieter nur dann, wenn sie feste Stationen aufstellen wollen.

In einer Stadt wie München, in der jeder Obststand in der Fußgängerzone nur mit Lizenz seine Äpfel verkaufen darf, Straßenmusiker im Rathaus vorspielen müssen und Barbetreiber ihre Tische in weiß markierten Miniflächen auf dem Gehweg aufstellen, regt es viele Menschen auf, dass eine Firma mit Tausenden Autos nach Lust und Straßen und Parkplätze zustellt.

“Ich freue mich immer, wenn mehr Menschen aufs Leihauto umsteigen”, sagt Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). “Aber so hatte das leider den gegenteiligen Effekt. Es waren einfach zu viele ODrives in zu kurzer Zeit, die über Nacht die Radwege blockierten.” Mittlerweile habe das Unternehmen nachgebessert, versichert er. Auf einem Treffen wurde dem nur Tage zuvor hektisch eingestellten ODrive-Krisenmanager unter anderem mitgeteilt, dass Mietauto nur maximal fünf Stunden an öffentlichen Parks stehen sollen. ODrive hat mittlerweile Firmen damit beauftragt, die Autos zu warten und umzuverteilen, auch eine Hotline wurde eingerichtet.

Doch die Konkurrenz wird immer härter. In Berlin gewann Nextcar vor einem Jahr die Ausschreibung des Senats, über 700 Verleihstationen im Stadtgebiet errichten zu können. Daraufhin ging die unterlegene Konkurenz eine Kooperation mit dem Lebensmitteldiscounter Ladl ein und stellte Ladl-Cars ohne feste Stationen quer im Stadtgebiet auf.

“Ich sehe keinen Menschen damit rumfahren”, sagt Johann Sauerer, der am westlichen Stadtrand Münchens wohnt. Hier ist ODrive aus Asien der einzige Mietautoanbieter, da das Geschäftsgebiet der Platzhirsche den Stadtrand noch nicht erreicht hat. Zwar blockieren die Auto keine Schulen mehr, dafür liegen sie ausgebrannt an Ausfallstraßen Richtung Autobahn oder stehen im Grünstreifen vor dem Gewerbegebiet.

Der ADAV München ist trotzdem zuversichtlich, dass das Car-Sharing beständig neue Zielgruppen zum Wechsel aufs Leihauto bewegen wird. “In einer Stadt wie München, in der über 700.000 Autos zugelassen sind, sind 3000 Leihautos sicherlich nicht das verkehrspolitisch größte Problem”, sagt der Vorsitzende Martin Glas. Er hält es für gut möglich, dass die Mietautoflut nur deshalb eine solche Empörungswelle ausgelöst habe, weil die Münchner plötzlich keinen Platz mehr gehabt hätten, um ihre SUVs auf dem Gehweg zu parken.


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